Kategorie: Hochwasserschutz
Untätigkeit der Behörden bei der Evakuierungssimulation
Genug gewartet
Seit langer Zeit fordern wir von den zuständigen Behörden für Altrip eine Evakuierungssimulation durchzuführen. Hintergrund ist die Lage des ca. 8000 Einwohner-Ortes in einer Senke, was bei einem Deichbruch aufgrund der Überflutung zu Gefahr für Leib und Leben führen kann. Bei der Deichertüchtigung rund um Altrip in den Jahren 2010-2015 hatte man wegen der möglichen Errichtung eines Polders auf einer Länge von 1400 m auf die Ertüchtigung verzichtet.
Dieser Abschnitt befindet sich entlang des Bermenweges/Radweges zwischen dem Abzweig „krummer Riedweg“ bis kurz vor dem Clubhaus des Waldseer Segelclubs. Da diese Schwachstelle den Behörden bekannt war, hatte man im Jahr 2022 eine umfangreiche Übung genannt „Hochwasser“ abgehalten. Mit dieser Übung wurde praktisch nachgewiesen, dass weder die Deichverstärkung mit Sandsäcken noch die Evakuierung z. B. des Altenheims in Altrip wie gedacht geleistet werden können bzw. funktionieren.
Als Reaktion auf die Ergebnissse der Übung „Hochwasser“ hat der Gemeinderat Altrip im Mai 2024 beschlossen, von der zuständigen Behörde, dem Rhein Pfalz Kreis, die Durchführung einer zeitgemäßen Evakuierungssimulation zu fordern, damit entsprechnde Maßnahmen getroffen und funktionierende Evakuierungspläne erstellt werden können.
Bisher hat sich NICHTS getan
Die BIHN Rheinauen hat nun beschlossen nicht länger zu warten. Unsere Forderung: Schluss mit den „Schönwetter-Szenarien“!
Wir fordern eine echte, dynamische Simulation (EvaSim/MATSim), die die verkehrstechnische Anbindung des Ortes, Chaos und Stau bei einer Evakuierung und schlechtes Wetter berücksichtigt. Wir weisen die Verantwortlichen klar auf ihre persönliche Haftung hin. Wer Bescheid weiß und nicht handelt, haftet im Ernstfall! Die Katastrophe im Ahrtal sollte ja genug manhnendes Beispiel sein.
Neben den zuständigen örtlichen Behörden (Gemeinde, Verbandsgemeinde und Kreis) haben wir eine offizielle Gefahrenanzeige an den Präsidenten des Landesamtes für Brand und Katastrophenschutz in Koblenz (LfBK) geschickt (Brief_an_LfBK_Koblenz_Gefahrenanzeige_Altrip_09.Feb.2026). Den Wortlaut des Schreibens veröffentlichen wir hier. Wir erhoffen uns eine kompetente Antwort der Katastrophenschutzbehörde und einen zügige Beauftragung der notwendigen Arbeiten.
Schulprojekt, Evakuierungssimulation für Altrip
Liebe Mitglieder der BIHN-Rheinauen
in unserer letzten Vorstandssitzung, am Freitag, 17. Oktober, haben wir mangelnde Kommunikation innerhalb der BIHN diskutiert. Wir haben daraufhin beschlossen, euch ab sofort regelmäßig über die Themen, die wir im Vorstand diskutieren zu informieren. Damit erhält jedes Mitglied die Möglichkeit sich einzubringen, nachzuhaken und mitzumachen.
Legen wir los…….
Schulprojekt

Ein Planungstreffen ist für Montag, 27. Oktober, 19 Uhr, in Altrip in der Parkstraße 14 angesetzt. Unterstützer*innen für dieses kurze Projekt sind gerne gesehen.
Evakuierungssimulation – Schreiben an die zuständige Landesbehörde

Macht mit, klinkt euch ein
Wer Themen hat, die ihm in Sachen Hochwasserschutz, Artenschutz und Klimawandelanpassungsmaßnahmen ein Anliegen sind, kann sich gerne einbringen. Wir überlegen dann gemeinsam welche Aktionen sich daraus ableiten.
Wir wünschen Euch Allen schöne Herbsttage
Euer Vorstand
Bewertung und Protokoll zum Erörterungstermin
Die BIHN-Rheinauen begrüßt die Durchführung des zweitägigen Erörterungstermins zum Polder Waldsee/Altrip/Neuhofen (WAN) durch die SGD Süd. Dieser gab interessierten Bürgern und Institutionen die Möglichkeit ihre Bedenken vorzutragen und sich umfassend über den geplanten Polder zu informieren.
In der Sache können wir dem Polderplan u. a. aus nachfolgenden Gründen weiterhin nicht zustimmen
- Es wurde nicht schlüssig dargelegt, warum der Polder WAN überhaupt notwendig ist, wenn doch die Vorgaben aus dem Staatsvertrag 1984 bezüglich bereitgestellter Volumina bereits jetzt erfüllt ist und bereits jetzt Hochwasserschutz für ein ca. 120-jähriges Hochwasser bestehen soll.
- Es konnte auch nicht erklärt werden welche anderen Standorte in Betracht gezogen worden sind und nach welchen Kriterien Altrip gewählt wurde. Insbesondere möchten wir auf den Polderstandort Hördt verweisen, der zwar gebaut werden soll, aber nur für über 200 jähriges Hochwasser genutzt werden soll.
- In Altrip haben wir die Besonderheit, dass der Ort bezüglich des eingestauten Polders in Tieflage liegt und dadurch die bereits bestehende Druckwasserproblematik verstärkt und die Fluchtwege nicht sicher passierbar bleiben. Im Falle eines Deichbruches werden große Teile des Ortes relativ kurzfristig überflutet und die Fluchtwege werden unpassierbar.
- Es konnte nicht dargelegt werden, nach welcher Logik die Form des geplanten Polder (Taschenpolder weit ins Hinterland) zustande kam. Es wäre in Standortnähe die Rückverlegung des Rheinhauptdeiches als zusätzlicher ungesteuerter Hochwasserschutz oder die Anlage eines Polders sozusagen entlang des Flusses denkbar.
- Zur Passierbarkeit der Fluchtwege im Einstaufall ist sich die Behörde nicht sicher. Deshalb wurden weitere Untersuchungen und Plananpassungen zugesagt. Der Katastrophenfall Dammbruch findet in der Planung (mangels Zuständigkeit) keine Berücksichtigung.
- Zum nicht ertüchtigten Deichabschnitt musste man zugeben, dass dieser eine Gefahr für den derzeitigen Hochwasserschutz in Altrip darstellt. Man beabsichtige aber nicht die Ertüchtigung vorzunehmen. Lediglich geologische Untersuchungen zur Auffindung der bedrohlichsten Schwachstellen wurden in Aussicht gestellt. Im Falle eines Hochwassers möchte man in diesem 1,5 km langen Abschnitt mit mobilen Maßnahmen (sprich Sandsäcken) Sicherheit herstellen. Eine diesbezügliche Katastrophenschutzübung des Rhein-Pfalz Kreises in 2022 bewies, dass notwendigen Mittel (Sandsackfüllanlage, Befahrbarkeit des Bermenweges) und Manpower nicht ausreichend wären.
Das Protokol der SGD Süd fassen wir wie folgt zusammen
Das von der SGD Süd veröffentlichte Protokoll gibt den Verlauf der Veranstaltung komplett wieder.
Wir möchten festhalten, dass die SGD Süd nach der Bearbeitung der Anträge (siehe weiter unten) den Planfeststellungsbeschluss u. U. erneut ausgelegen muss. Es liegt somit derzeit keine juristisch anfechtbare Entscheidung bezüglich der Planänderungen gegenüber dem Stand von 2006 und 2018 vor.
Während der beiden Tage des Erörterungstermins wurden verschiedene Anträge gestellt, die sofort genehmigt wurden wie:
- A1: Tonbandmitschnitt der Veranstaltung
- A3: Bereitstellung der Daten der Natura 2000 Verträglichkeitsstudien
- A11: Existenzgefährdungsgutachten – Gesprächsangebot
und Anträge über die im weiteren Verfahren entschieden werden soll:
- A2: Übermittlung der Stellungsnahmen zum 2018er PFB
- A4: Durchführung der Grundwassermodellberechnungen nach aktuellem Stand der Technik
- A5: Neuer Fachbeitrag nach Wasserrahmenrichtlinie
- A6: Beteiligung der Öffentlichkeit bei Vorliegen des neuen Fachbeitrages
- A7: Es soll ein Gutachten zur Evakuierung der Menschen aus Altrip erstellt werden
- A8: Durchführung und Offenlegung einer Klimaverträglichkeitsprüfung
- A9: Offenlage der Erfassungsergebnisse der in den Unterlagen nicht dargestellter Arten
- A10: Offenlegung der Datengrundlage für den Vergleich WAN-Hördt unter habitatschutzrechtlichen Gesichtspunkten
- A12: Prüfung des Erhalts des Radwegs auf dem Rheinhauptdeich nach Rückbau
Aus den Diskussionsbeiträgen heraus gab es noch die folgenden Zusagen seitens der SGD Süd:
- Z1 und Z2: Zwei Anwohnern wurde zugesagt die Planung in deren Bereich zu überprüfen
- Z3: Die K13 wird im Bereich des Campingplatzes so angepasst, dass sie im Einstaufall befahrbar bleibt.
- Z4: Die K13 so angepasst wird, dass die im Einstaufall ganz trocken bleibt.
- Z5: von H. Koch mit der Bürgerinitiative einen Vor Ort Termin an der Rehbachbrücke (Bereich der K7) zu machen
- Z6: zur Bereitstellung naturschutzfachlicher Daten aus dem Projekt Hördt
- Z7: Zur Vorlage eines geotechnischen Gutachtens für den nicht ertüchtigten Deichabschnitt
Die SGD Süd hat auf Nachfrage geantwortet, dass die in der Niederschrift weiterhin enthaltenen Zusagen und stattgegebenen Anträge derzeit bearbeitet werden. Man hofft im September erste Ergebnisse sowie verbindliche Informationen zum weiteren Fortgang des Verfahrens übermitteln zu können.
Für die BIHN-Rheinauen sind die Zusagen
- bezüglich der K13, der nach Waldsee führenden Straße, so hergerichtet wird, dass sie im Einstaufall (Flutung des Polders bei Hochwasser) trocken passierbar und damit als Fluchtweg erhalten bleibt
- die Vorlage des geotechnischen Gutachtens zum nicht ertüchtigten Deichabschnitt
sehr wichtige Ergebnisse der Veranstaltung. Wir hätten uns gewünscht, dass auch
- das Gutachten zur Evakuierung der Altriper Bevölkerung also die Evakuierungssimulation zugesagt worden wäre.
Die Veranstaltung hat auch gezeigt, dass die Planung des PFB 2023 nicht alle gerichtlich bestätigten Anforderungen erfüllt und das einzelne Gutachten (Grundwassermodell, Naturschutz) aufgrund ihres Alters nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Die Planer gehen bei der K7 (Straße nach Rheingönheim, besonders im Bereich der Rehbachkurve und -brücke) von einer Standfestigkeit (bis zum Bemessungshochwasser) auch bei zweispuriger Nutzung aus.
Protokoll zum Erörterungstermin zum Polder veröffentlicht

Auf 50 Seiten und insgesamt 40 Folien werden die zwei Tage der öffentlich im Reginozentrum durchgeführten Veranstaltung zusammengefasst. Trotz der durch alle Parteien genehmigten Zulassung der Öffentlichkeit, wurden im Protokoll die Namen der Bürger, die Wortbeiträge geliefert haben, geschwärzt.
Für Außenstehende ist das Protokoll schon wegen der Länge schwer nachzuvollziehen. Wir, die BIHN-Rheinauen, haben uns zum Ziel gesetzt das Protokoll zu prüfen und die Bürger zu informieren.
Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, haben wir das Ergebnisprotokoll und die Anhänge auf unsere Webseite geladen.
Neues vom Erörterungstermin
Das Protokoll
zu dem Erörterungstermin im November 2024 wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Eine Nachfrage bei der SGD Süd ergab, dass dieses in Kürze auf den Seiten des UVP Portals und der Webseite der SGD Süd erfolgen soll.
Nachwirkungen des Erörterungstermins
Im Amtsblatt vom 21./23. Mai 2025 wurde als „Berichterstattung Ortgemeinderat“ unter Punkt 7 „außerhalb der Zeit“ auf Seite 15 über eine Sitzung der SGD Süd mit der VG Rheinauen berichtet (siehe unten). Darin ging es wohl um die im Zusammenhang mit der Rückverlegung des Rheinhauptdeiches im Bereich der Rehbachmündung verschärfte Druckwasserproblematik für die Altriper Entwässerungsgräben und den Neuhofener Altrhein.
Als Bürger würden wir uns hierzu zeitnahe und ausführliche Informationen durch die Ortsgemeinde wünschen. Bei der Gemeinderatssitzung am 23.06 um 19:30 im Rathaus besteht für uns Bürger die Möglichkeit nachzufragen was ein „ernstgemeinter Arbeitsauftrag“ bedeutet und an welche Lösungsansatze man denn denkt.
Antworten der Landratskandidaten
Antworten der Landratskandidaten
Vier der fünf Bewerber für die Position des Landrates/Landrätin des Rhein-Pfalz-Kreises haben unsere Fragen zu
-
- dem nicht ertüchtigten Deichabschnitt in Altrip
- der Evakuierungssimulation für Altrip
- dem geplanten Polder Waldsee-Altrip-Neuhofen
- der Zusammenarbeit mit der BIHN-Rheinauen
beantwortet. Die Original-Antworten können Sie mit dem Link in der folgenden Tabelle hinter dem Namen einsehen. Um Ihnen den Vergleich zu erleichtern haben wir uns die Mühe gemacht die Antworten in einen Dokument „Gegenüberstellung Antworten der LR-Kandidaten“ zusammenzustellen. Wir haben uns auch erlaubt mittels entsprechender farblicher Kennzeichnung die Übereinstimmung mit den Positionen der BIHN Rheinauen rot (keine Übereinstimmung –, noch offen oo), grün (Übereinstimmung) zu kennzeichnen.
| Kandidat/in | Antwortschreiben | Deichertüchtigung | Evakuierungssimulation | Polder | Zusammenarbeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Volker Knörr (CDU) | Antwortschreiben Knörr | — | ++ | oo | ++ |
| Maurice Kuhn (Grüne) | Antwortschreiben Kuhn | ++ | ++ | ++ | ++ |
| Ralf Marohn (FDP) | Antwortschreiben Marohn | ++ | ++ | ++ | ++ |
| Bianca Staßen (SPD) | Antwortschreiben Stassen | — | ++ | ++ | ++ |
Joachim Paul (AfD) hat bisher nicht geantwortet.
Unsere Fragen an die Landratskandidaten
Wie stehen die Landratskandidaten zum Hochwasserschutz?
Parallel zur Bundestagswahl am 23.02.2025 wird auch ein neuer Landrat für den Rheinpfalz Kreis gewählt. Um herauszufinden wie die fünf Kandidierenden zum Hochwasserschutz und den damit verbundenen Themen wie
-
- nicht ertüchtigter Deichabschnitt
- Fluchtwegeproblematik und Evakuierungssimulation für Altrip
- Folgemaßnahmen zur Katastrophenschutzübung 2022
- geplanter Polder Waldsee-Altrip-Neuhofen
stehen, haben wir diese angeschrieben und um Stellungnahme gebeten (Anschreiben siehe hier). Gerne werden wir die Antworten veröffentlichen. Eine weitere gute Gelegenheit ihre Position und Absichten zu obigen Themen darzulegen, besteht bei der Podiumsdiskussion der Landrats-Kandidatinnen und Kandidaten am 4. Februar ab 18:30 Uhr im Bürgerhof „Neuer Hof“, Rottstraße 1 in Neuhofen.
++++++ TERMIN ++++++
Mittwoch, 27.11.24
der Eröterungstermin wird am 27.11.24 um 9:30 Uhr im Regino Zentrum fortgesetzt,
u.a. mit den Themen Fluchtwege und Naturschutz
Einlass ab 9 Uhr
Nehmen Sie teil, die Veranstaltung ist öffentlich.
Bevollmächtigen Sie ggf. einen Vertreter
++++++ TERMIN ++++++
Heute und morgen (27.11.24)
findet der Eröterungstermin um 9:30 Uhr im Regino Zentrum statt
Einlass ab 9 Uhr
Nehmen Sie teil,
Bevollmächtigen Sie ggf. einen Vertreter






