In der letzten Gemeinderatssitzung am 26.03.26 berichtete BM Mansky dass bei der letzten Deichbegehung erforderliche Maßnahmen am Deich im Bereich Altrip angesprochen wurden. Die wichtigste Maßnahme sei dabei die Erneuerung des Bermenweges, entlang des nicht ertüchtigten Deichabschnitts, zwischen Altrip und Waldsee.
Diese Maßnahme soll ab Anfang August 2026 in Angriff genommen werden.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf den 2024 vom Gemeinde und Städtebund Rheinland-Pfalz veröffentlichten Bericht über die in 2022 durchgeführte Katastrophenschutzübung GStB Katastrophenschutz 12/2024, Seite 360).
Zitat:
Die (Übungs-)Lage:
Aufgrund besonderer Wetterlage wurden schnell ansteigende Pegel im Bereich Speyer – Mannheim von bis zu 9,40 Meter prognostiziert. Somit drohte eine Überspülung des Deiches im Bereich vor Altrip. Eine Überspülung führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Versagen des Schutzbauwerks.
Die Folgen wären: Erstes Eindringen des Wassers in die Ortslage Altrip nach zirka 30 Minuten mit anschließender Überflutung des gesamten Orts innerhalb von 48 Stunden. Dabei entstehen Einstauhöhen von bis zu vier Metern. Das verbleibende Zeitfenster für eine Evakuierung der rund 7.800 Bewohner über die beiden vorhandenen Zufahrtsstraßen beträgt weniger als 12 Stunden. Danach sind auch diese Straßen überflutet. Bei einem länger anstehenden hohen Scheitelwert des Rheins würden auch Ortsteile der Gemeinden Neuhofen, Waldsee und Rheingönheim innerhalb von drei bis vier Tagen überflutet werden.
In dem o.g. Artikel wurde die Übung hinsichtlich der Kommunikation der Behörden positiv bewertet.
Dass beim Versuch der Deicherhöhung mit Sandsäcken Verbesserungspotential besteht (z.B. Sandsacklogistik, Deichstatik, Bermenwegbelastung) ist nur zwischen den Zeilen zu lesen.
Ob und welche Erkenntnisse aus der Evakuierung einer geringen Personenzahl (nur Altenheim) für die Evakuierung aller Einwohner (7800) gewonnen wurden, ist dem Artikel auch nicht zu entnehmen.
Die BIHN-Rheinauen weist seit Jahren immer wieder auf diese Schwachstelle vor Altrip hin und befürwortet deshalb die Ertüchtigung des Bermenweges als erste Maßnahme um den Deich im Bedarf durch die Wasserwehr verteidigen zu können. Wir fordern aber auch, die vom Gemeinderat beschlossene Evakuierungssimulation endlich durchzuführen. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen, gilt es Maßnahmen abzuleiten, um in dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster von 12 Stunden, eine Evakuierung der Altriper Bevölkerung sicherzustellen.
Siehe dazu auch unseren Artikel Untätigkeit der Behörden bei der Evakuierungssimulation.
